Tel.: 030 - 263 996 66

Räume zu vermieten in:

Werkschau Kunstkollektiv

werkschau.jpg
kasse55.jpg
Gruppen… #1 im HB55: Alexandra Badt, Jacques Capellman, Brigitte Döbert, Heiko Greb, Gabi Lemke

Da steht ein Stück DNA im Raum. Die Doppelhelix reicht sich oben die Hände, greift ineinander, unten wetzt sie die Messer. Die einzelnen Aminosäuren sind fein säuberlich bezeichnet, die Fichtenholzstücke, aus denen sie bestehen, nicht allzu fein poliert. Vorbild ist das Gewaltgen, das die Genetiker ausgemacht haben wollen – für Heiko Greb, den Schöpfer der Skulptur, ein Symbol für die ewige Sehnsucht der Menschen nach einfachen Erklärungen, die es auf komplexe Fragen niemals geben kann. Direkt an der Wand dahinter spotten drei Mäuler: Grinsen heißt das Ensemble.

Zu sehen war das in der ersten Werkschau der HB55, die unter dem Label „Kunstkollektiv Herzberg“ lief; weitere sollen in wechselnder Besetzung folgen. Die fünf Kunstschaffenden kannten sich zum Teil vorher gar nicht, um so erfreulicher die völlig reibungslose Zusammenarbeit. Erstaunlich, dass sich wie von selbst ergab, wer wo was hinhängte oder aufstellte.

Die kleinteiligen, pointiert-witzigen Arbeiten von Jacques Capellman korrespondierten in ihrer urbanen Gegenständlichkeit mit der interstellaren Gegenständlichkeit von Alexandra Badts quadratischen, extrem heißen Urnebeln, deren intensives Rot wiederum in wohltuendem Kontrast zu den kühl-blauen Wasserbildern von Gabi Lemke standen. Etwas aus der Mitte gerückt sprangen Tänzer über schmale, raumhohe Leinwandbahnen, und in einer Nische hing ein beinah Unsichtbarer – der einzige Beitrag „ohne Titel“ (beigesteuert von der Autorin dieses Artikels).

Die Präsentation kam ohne lange Vorbereitungszeit, wenn auch keineswegs aus dem Nichts zustande. Als Zwischenergebnis eines Lernprozesses waren große Klarheit und viel Raum zum Atmen für die einzelnen Arbeiten wohl der größte Gewinn. Und auch für Beteiligte wie Besucher blieb Raum zum Durchatmen ...

Brigitte Döbert