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Elke Daemmrich

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Paradies und Apokalypse scheinen sich auf den ersten Blick ebenso auszuschließen wie Himmel und Hölle. Aber dennoch sind beide nicht nur untrennbar miteinander verbunden, sondern auch aufeinander bezogen. Von diesem Dualismus künden die Bilder und Grafiken von Elke  Daemmrich. So paaren sich auf ihnen heitere Unbeschwertheit, die von der Leichtigkeit des Seins geprägt worden zu sein scheint, mit schwerblütiger, existenzieller Infragestellung. Nicht zuletzt manifestiert sich hier die Doppelkodierung von französischem und deutschem Formenbewusstsein, von Rationalem und Irrationalem, Sinnlichem und Verstandesmäßigem. Diese Tag- und den Nachtseiten des Lebens weis die Künstlerin dabei auf einzigartige Weise symbiotisch miteinander zu verbinden.

Doch vor allem beeindrucken ihre Arbeiten durch die intensiv satte und zugleich heitere Farbenpracht, verbunden mit der ihr eigenen dekorativ opulenten Formenfindung. Der Auslöser hierfür war ein Stipendium der Stiftung Kulturfonds Berlin, das 1993 einen halbjährigen Aufenthalt in der Provence nach sich zog und bei der Dresdnerin dazu führte, ihren Lebensmittelpunkt nach Frankreich zu verlegen. Ab 1994 und damit seit 18 Jahren lebt sie so bei Toulouse in Südwestfrankreich. Hier ist es vor allem das gleißend helle Licht des Südens verbunden mit der Wärme und einer üppigen Vegetation sowie das Leben in relativer Einsamkeit mit und in der Natur, das ihr immer wieder von neuem Kraft für die Arbeit gibt und dieser zugleich eine Intensität verleiht, die eine unverwechselbare Note besitzt.
Aber nicht nur die Gemälde sondern auch ihre Radierungen und Kupferstiche besitzen diese  formale Kraft, die immer mit einem geheimnisvollen inhaltlichen Geschehen verbunden ist.  Seit  1999 entsteht so Druckgrafik, die der Malerei durchaus vergleichbar ist. Denn auch hier sind es Blumen und Landschaften aber auch  Insekten und Meerestiere sowie Porträts von Toreros oder Stierbilder, welche flächenausspannend agieren und das jeweilige Bild bzw. Blatt gleichsam zu sprengen scheinen.

Das scheinbare Chaos einer kaum zu steigernden Üppigkeit des Wucherns ihrer Bild- und Grafiksegmente in schillernd schöner Farbenpracht oder farbigem schwarz- weiß weis sie jedoch immer wieder zu bändigen und daraus ein stimmiges Ganzes zu bilden, das uns zwingt, das jeweilige Werk mit seinen Momenten von Anziehung und Abstoßung in seiner unergründlichen Vielfalt immer wieder von neuem erkunden zu wollen.

Prof. Dr. Brigitte Rieger-Jähner
Direktorin der Museen Junge Kunst und Viadrina, Frankfurt (Oder)
Text zur Ausstellung « Elke Daemmrich - Paradies und Apokalypse » 2012
www.elkedaemmrich.com